stm°architekten Stößlein Mertenbacher Architekten, Nünberg

mit WLG Wollborn LandschaftsArchitekten GmbH, Nürnberg

Mit einer einfachen Figur aus zwei versetzten Baukörpern wird der Freiraum westlich der Wippenhauser Straße gegliedert. Zusammen mit einem ebenso klar umrissenen Volumen für den

2. Bauabschnitt entsteht eine Öffnung zum Campusplatz. Die gestaffelte Höhenentwicklung bleibt moderat und wahrt den vorhandenen Maßstab. An zwei Stellen wird eine großzügige Öffnung zum westlich anschließenden Grünraum angeboten. Dies alles wirkt klar und selbstverständlich.

Allerdings sollten die Verbindungen zum westlichen Grünraum weniger von Anlieferung und Fahrradstellplätzen beeinträchtigt sein.

Der Straßenraum der Wippenhauser Straße wird aufgeweitet und mit freier Baumstellung unter Einbeziehung des Baumbestands und teilweiser Freilegung des Wippenhauser Grabens begrünt und aufgewertet. Der Begriff „Campuspromenade“ für den Weg entlang der Schulen erscheint hierfür jedoch nicht ganz zutreffend. Gleiches gilt für den Begriff „multifunktionaler Marktplatz“ für die Busstation auf dem campusplatz. Die daran anschließende Shared-SpaceZone müsste verkehrstechnisch überprüft werden, insbesondere die Radwegführung bleibt unklar.

Die baulichen Setzungen ermöglichen breite Landschaftsfugen zwischen den Schulen, die die grünen Hänge Freisings bis in das Wippenhauser Tal spüren lassen (leider wird diese Idee durch die Setzung des Wohnheims im Ideenteil an dieser Stelle gebrochen).

Die im nördlichen städtebaulichen Umgriff vorgesehenen beiden Baukörper wirken in ihrer Einfachheit harmonisierend, aber als Parkhäuser wenig zeichenhaft für diesen als Stadteingang bezeichneten Bereich. Die beiden Tiefgaragenzufahrten liegen an sehr prominenten Stellen, sind aber höhenmäßig geschickt integriert ohne Querung des Fußweges.

Im Bereich des ersten Bauabschnitts für das Gebäude der Berufsschule sind die Aussagen noch recht vage. Die einzelnen Nutzbereiche sind zwar prinzipiell richtig angeordnet, doch stellt sich die Frage, ob die gewählte Hofhaustypologie optimal sein kann für die Bedürfnisse einer aus mehreren unterschiedlichen Fachbereichen bestehenden beruflichen Bildungseinrichtung. In diesem Zusammenhang ist auch die Integration der Sporthalle zu betrachten.

Die Hauptbaukörper zitieren als Atrien Teile des Camerloher Gymnasiums. Sie rücken so weit von der Wippenhauser Straße ab, dass die Ausbildung einer Vorzone, der Campuspromenade möglich wird. Diese gibt einerseits der Wippenhauser Straße einen neuen, grüneren Charakter, andererseits den Schulen ein verbindendes Vorgelege mit Treffpunkten und Aufenthaltsflächen, die trotzt Ihrer Lage an der Straße Aufenthaltsqualität versprechen. Sie werden allerdings durch 2 TG Zufahrten gestört. Diese Freiräume werden ergänzt durch die Schulhofatrien und der lagerichtigen Anordnung der Sportflächen im Westen (allerdings überschreitet die Laufbahn die Grundstücksgrenze).

Der nahezu vollständige Erhalt der Bestandsbäume entlang der Wippenhauser Straße, verbunden mit der Öffnung des Grabens als Retentionsraum, aber auch der Baumerhalt im westlichen Teil des Planungsgebietes zeigt einen respektvollen Umgang mit dem Bestand. Diese Haltung funktioniert im Bereich des Platzes im Ideenteil als Gegenüber der Wirtschaftsschule nicht mehr reibungslos. Der Busbahnhof mit seiner funktionalen Anordnung erlaubt zügige Beförderung. Ob die Auflösung der Wippenhauser Straße in einen Shared-Space im Ideenteil gelingen kann ist allerdings fraglich,

Die vorgeschlagene bauliche Ergänzung auf den Versuchsflächen der der Hochschule wird in Frage gestellt.

Die dargestellten Ansichtsskizzen lassen noch keine Rückschlüsse auf die Architekturqualität zu.

Die Kennwerte für die Wirtschaftlichkeit liegen im mittleren Bereich. Insgesamt könnte der Entwurf noch mehr eigenständige Charakteristik im Sinne eines zukunftsgerichteten Berufsbildungscampus gewinnen.