raumzeit Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin

mit K1 Landschaftsarchitekten, Berlin

Der Entwurf nimmt die städtebauliche Figur des Camerloher Gymnasiums auf und führt diese mäandernd entlang der Wippenhauser Straße als sog. Campuspromenade weiter, was stark zu einer Adressbildung des neuen Campus beiträgt.

Die Baukörper fügen sich in ihrer Ausformulierung mit der Dreigeschossigkeit, der durch Innenhöfe belichteten Erdgeschosszone und den Vor-und Rücksprüngen maßstäblich und angemessen in die städtebauliche Körnung der Umgebung ein und wirken trotz der sehr schematisch bleibenden Grundrisse und Schnitte funktional. Der sogenannte Campusplatz, der als Eingangsbereich zu wesentlichen Hauptnutzungen dient, ist städtebaulich an der richtigen Stelle, allerdings muss die Ausformulierung der Busstation dringend hinsichtlich ihrer Funktionalität überarbeitet werden.

Richtig platziert sind das nördlich des Platzes gelegene Parkhaus mit Tiefgarage sowie ebenfalls die Sporthalle im Westen, wobei fraglich ist, ob eine ausreichende natürliche Belichtung der Sporthalle gewährleistet ist. Eine Parkmöglichkeit im südlichen Bauabschnitt fehlt.

Die Erweiterung der DEULA im Norden des Gebiets gibt städtebaulich die richtige Antwort, wobei die Situierung der Parkplatzflächen als Eingang zum Campusbereich und als nördlicher Stadteingang zu überdenken ist.

Die schematische Darstellung der Freiflächen und Verkehrsanlagen lässt noch viel Raum für Interpretationen, die Verzahnung von Grünraum im Westen und der eher befestigten Vorzone im Osten der Baukörper der Schule ist aber deutlich und wird begrüßt. Durch die Rhythmisierung der Baukörper entsteht eine Abfolge von Plätzen, die den jeweiligen Schulen zugeordnet werden können. Funktional bleiben aber einige Fragen offen (die in der weiteren Bearbeitung geklärt werden sollten):

Ob sich auf der geringen Überdeckung des Daches der Turnhalle wirklich Großbäume entwickeln können ist fraglich.

Die notwendigen Sportflächen sind nicht vollständig auf dem eigenen Grundstück untergebracht.

Es wird angezweifelt, dass der dargestellte Busbahnhof verkehrssicher in der Form funktioniert.

Die Parkierung im ersten BA ist nicht erkennbar.

Begrüßt wird die konsequente Freihaltung des Landschaftsraumes im Westen des Ideenteils von jeglicher Bebauung – sie misst dem Raum die ihm gebührende Bedeutung (Grüne Hänge) zu und kräftigt diese mir einer Fuß- und Radfahrerbrücke zum Schafhof.

Insgesamt ist der Entwurf sowohl städtebaulich als auch hinsichtlich der Ausformulierung der Berufsschule ein wertvoller Beitrag mit wenigen Schwächen, wobei die sehr schematischen Grundrisse und Ansichten ohne jegliche Haltung zur Ausformulierung der Architektur großen Spielraum für Interpretationen lassen.