PECK DAAM Architekten, München

mit Terra.Nova Landschaftsarchitektur, München

Die Arbeit liest die bestehende Umgebung der Stadt sehr präzise. Es gelingt den Verfassern so, über wenige, einfache Teile ein präzisiertes, selbstverständliches Stadtgefüge zu schaffen - einen wirklichen Schulcampus.

Die Verfasser schlagen im südlichen Teil ein ruhiges Weiterbauen des bestehenden Cammerloher Gymnasiums vor. Dieses dient als Referenz für Typus, Proportion und Gebäudehöhen. Dadurch wird, trotz des Umfangs des Raumprogramms, eine stadträumlich angemessene Vertrautheit am Ort erzeugt.

Der Höhensprung von Landschaftsraum zum neuen Schulcampus auf dem Niveau der Wippenhauser Straße, wird über eine präzise, kontinuierliche bauliche Kante formuliert. Die Wegeverbindungen zwischen dem Campus und dem Landschaftsraum im Westen sind dabei zu reduziert behandelt.

Auf dem oberen Niveau unterstützen zwei Nord-Süd orientierte, dreigeschossige Baukörper die Dynamik der Kante. Dem gegenüber schiebt sich ein viergeschossiger Baukörper quer zur Wippenhauser Straße in den Stadtraum und definiert einen südlichen und einen nördlichen Campusbereich. Sowohl die Lage dieses präsenten Bausteins an der Einmündung der Oberfellacher Straße, wie auch die Verortung des Eingangs zur Schule als auch die erdgeschossige Nutzung einer Mensa erscheinen richtig.

Der nördliche Stadteingang wird durch einen grünen Platz, der durch zwei Neubauten gefasst wird ausreichend herausgearbeitet. Auf Höhe der Wirtschaftsschule wird kein verbindender, zentraler Platzbereich geniert. Die trennende Wirkung der Wippenhauser Straße wird zusätzlich verstärkt durch die breite Offenlegung des Wippenhasuer Grabens. Im Rahmen einer zusammenführenden Gestaltungsidee sollten die Bestandsschulen stärker städtebaulich einbezogen werden.

Die starke Betonung des Gestaltungselements Wasser durch die großzügige Offenlegung des Wippenhauser Grabens ist kritisch zu hinterfragen in Anbetracht der stark schwankenden Wasserstände bis hin zu einem Trockenfallen des Gewässerbettes im Sommer.

Der Ort für die Vorfahrt der Busse ist gut gewählt. Das Schaffen einer, mit Bäumen bestandenen Insel im Inneren der Schleife entspricht dem gezeigten Ansatz eines von, in genauer Ordnung gesetzten, Bäumen geprägten Campus. Die Verknüpfung mit dem Arkadengang wirkt selbstverständlich.

Die Positionierung des dreigeschossigen Wohnbausteins vis-á-vis des Schulbestandes im Norden klärt und fasst den Stadtraum. Nutzung und Format des Bausteins entsprechen nicht ganz dem Anspruch an einen Abschluss des Campus. Auch die Zufahrt zu der sehr großen Tiefgarage scheint den Baustein typologisch zu überfordern. Die Arrondierung der DEULA und die Ergänzung um einen ordnenden, vier geschossigen Baustein wirkt wohltuend. Auch der Vorschlag eines Ortes für Picknick an Stelle des bisherigen Parkplatzes stärkt die Qualität des Ortes. Die Schließung der bestehenden Wohnanlage zu einem, nach Süden offenen Hof wirkt selbstverständlich.

Der Vorschlag für das Schulgebäude im 1.BA scheint angemessen. Der gewählte Typus der Bausteine ist eher konventionell, schafft aber funktional gut organisierte, zusammenhängende Einheiten. Darüber hinaus bietet die Struktur verbindende Außenräume zwischen den einzelnen Bausteinen. Die Entscheidung, die Sporthalle ganz in den Sockel zu integrieren und auf eine seitliche natürliche Belichtung ganz zu verzichten, erscheint in diesem Zusammenhang nicht nachvollziehbar.

Die gute Positionierung im funktionalen Gefüge der Schule und die separate Erreichbarkeit von außen, ist dagegen positiv.

Die dargestellten Fassaden wirken sehr schematisch. Die Dimension der Setzung scheint in den Ansichten, anders als im Lageplan, leider sehr monoton und sprengt den Maßstab des Ortes.

Insgesamt liefert die Arbeit einen guten Beitrag zur gestellten Aufgabe. Angemessene räumliche Setzungen und Bezüge schaffen einen atmosphärisch vielversprechenden Beitrag. Die Schule liefert ein funktionales, solide organisiertes Gefüge.

Defizite in der räumlichen Verknüpfung der Ebenen Campus und Landschaftsraum, die Einbettung der Sporthalle sowie die äußere Gestaltung der Bausteine trüben diesen Eindruck.