NKBAK, Frankfurt am Main

mit schöne Aussichten Landschaftsarchitektur, Kassel

Die städtebauliche Leitidee mit einem durchfließenden, grünen Band von der Wirtschaftsschule im Norden eine zentrale, topografisch angehobene Ebene zu eröffnen zeigt eine klare Haltung, bedarf aber einer volumetrisch kräftigeren Fassung des Entrées im zweiten Bauabschnitt. Das Entrée als Shared Space aller Nutzungsgruppen auszubilden ist verkehrlich mit einem sich aufweitenden und ausgeblendeten Mittelstreifen nicht gelöst, aber auf Interesse gestoßen. Die Verlagerung der Sportflächen der Wirtschaftsschule östlich der Gebäude ist immissionstechnisch nicht möglich und würde darüber hinaus einen massiven topografischen Eingriff erfordern. Die langsam steigenden, durchaus bespielbaren Landschaftsterrassen nach Süden stehen im starken Kontrast zur linear mit einer Baumreihe gestärkten Wippenhauser Straße, ohne die Verkehrsströme eindeutig zu sortieren. Der nahezu vollständige Entfall des bestehenden Baumbestands vor der Wirtschaftsschule wird hinterfragt. Der erweiterte Graben des Wippenhauser Bachs schafft keine stadträumliche Fassung; der Charakter des Wippenhauser Bachs als Flutungsbach mit leerfallenden Perioden ist noch nicht ausreichend berücksichtigt, eine Detailierung könnte klärend sein. Die monotone Gestaltung der Wippenhauser Straße, an die der Landschaftsbereich angrenzt, ähnelt noch zu sehr einem rechtwinkligen Durschuss durch das Areal und schafft noch keinen Stadtraum mit Aufenthaltsqualität. Insgesamt sollte die stadtlandschaftliche Antwort als maßgebliches Gestaltungselement noch eindeutiger und mir mehr räumlichen Halt überarbeitet werden.

Die städtebauliche Verortung der einzelnen Abteilungen der Schule erfolgt in mehrgeschossigen, kleinmaßstäblichen Hochbauten auf einem angenehm schlanken, zentralen Sockelkörper. Der von den westlichen Hängen abgesetzte Sockel kann über die Tiefhöfe Belichtung und Erschließung der Gebäude ermöglichen, allerdings ist noch keine übergeordnete Adressbildung erkennbar. Die perforierte Setzung der Körper ist durchaus interessant und korrespondiert in Höhe und Körnung mit der heterogenen Bebauung am Bierner Berg, allerdings muss der funktionale Nachweis der Nutzungsverteilung noch erbracht werden.

Kein ausreichend ausgearbeiteter Vorschlag wird für die Anbindung an den Wettersteinring rund um die DEULA dargestellt sowie die erweiterten städtebaulichen Überlegungen im gesamten Bearbeitungsumgriff. Ebenso mangelt es an Darstellung der fußläufigen Querverbindungen wie grundsätzlich die Darstellung der Funktionen in den Gebäuden als auch des Bushaltens schematisch bleibt und den Nachweis noch erbringen müsste.

Trotz einem großen Angebot an Grünflächen werden die notwendigen Sportflächen des Schulzentrums sogar außerhalb des 2. BA vorgeschlagen und somit nicht der Auslobung entsprechend gelöst. Die notwendigen Stellplätze bilden einen vielleicht noch zu hohen Sockel zwischen Entrée und Busbahnhof und wären zumindest in Teilen auch im ersten Bauabschnitt wünschenswert. Viele Themenbereiche wurden piktogrammatisch oder verbal auf den Plänen richtig benannt, überzeugen aber nur im Einzelfall in der planerischen Umsetzung.