jesse hofmayr werner architekten, München

mit TOPgrün GmbH, Dachau

Das Grüne Band soll zukünftig den öffentlichen Raum an diesem Ort prägen. Überzeugend ist es, den städtischen Raum zukünftig nicht mehr nur auf das Straßenprofil zu begrenzen, sondern die Orientierung der bestehenden hanglagigen Einfamilienhausbebauung wie auch die Adressierung des neuen Schulcampus auf etwas ausgesprochen Qualitätsvolles hin auszurichten: einen Stadtraum mit Aufenthaltsqualität, geprägt durch ein kraftvolles Baumpolster. Gerade bei diesem wesentlichen räumlichen Element bleiben viele Fragen offen:

  • wie und wo beginnt im Süden das neue Straßenprofil ?
  • das nördliche Ende kann nicht so gemeint sein, durchqueren die Baumreihen doch den Stadtplatz, der für die Schuleinrichtungen an diesem Ort einen räumlichen Zusammenhalt herstellen soll
  • generell begrenzt die formale Vorstellung statt zu verbinden
  • es ist nicht möglich, die Verkehrsstraße aus dem Straßennetz der Stadt herauszulösen, geht leider nicht – die vorgeschlagene Verkehrsführung ist kompliziert und nicht alltagstauglich – wie also shared space in der Wippenhauser Straße?
  • wirklich unklar ist die verkehrliche Anbindung der Schulbusse, die im engen Zusammenhang mit der Verkehrsführung steht

Die äußerst schematische Codierung der Leitidee muss ausgearbeitet und an die örtlichen Bedingungen angepasst werden.

Das Schulgebäude greift gestalterische Elemente des Gymnasiums auf, hält die Traufkante und auf einem durchgehenden, überhöhten Sockelgeschoß lagern zweigeschossige Klassentrakte und die Turnhalle. Die einfachen Baukörper sind so dimensioniert, dass neben den Klassenräumen auch ein gewisser Spielraum in der Nutzung vorstellbar ist. Die Struktur ist einfach und erlaubt generell eine Anpassung an sich verändernde Nutzungsbedingungen. Die Eingangsbereiche liegen in der Sockelebene und dort eröffnet sich ein höherer, vermutlich zweigeschossiger Raum, der zum Teil eine räumliche Vielfalt vermuten lässt. In den Grundrissen ist das noch nicht zu erkennen. Die Belichtung der tieferliegenden Raumsequenzen muss dabei geklärt werden.

Im Norden klemmt die Bushaltestelle zwischen dem ersten und zweiten Bauabschnitt, der Baukörper für den zweiten Bauabschnitt sollte – so die nachdrückliche Empfehlung des Preisgerichtes - noch einmal gründlich überdacht werden. Noch nördlicher, an der Straßeneinmündung fehlt ein konzeptioneller Ansatz.

In der südlichen Wippenhauser Straße wird der bestehende, bepflanzte, sichtbehindernde Wall in Teilen beibehalten. Dies konterkariert die städtebauliche Idee des von Ost nach West aufgespannten großzügigen Stadtraumes. Eine Konkretisierung sollte ebenfalls in Bezug auf die Verknüpfung mit den westlichen angrenzend Landschaftsraum erfolgen, hier wird kein ausreichendes Angebot gemacht. Eine Option für die Unterbringung des ruhenden Verkehrs in einer Tiefgarage ist aus den Plänen ebenfalls nicht ersichtlich.

Zusammenfassend sind es bislang lediglich eine Handskizze und ein Schnitt durch das Schulgebäude – zugegeben, strukturell essentielle Festsetzungen – die neugierig machen auf das, was sich daraus in das konkret Stadträumliche wie Bauliche übersetzen lässt.